Hans Jäcker

Von Horst Jäcker

Hans Jäcker war der Sohn des jüngsten Bruders unseres Großvaters Franz Jäcker und in dessen Familie der zuletzt Geborene. Also ein echter Nachkömmling. Da es niemanden aus der Zeit, Hans war am 11. Januar 1924 geboren, war dieser Verwandte für mich ein sehr interessantes Stück Geschichte, aus der Familie und dem bunten Leben von Hans.

Ich kann mich an Besuche unseres Verwandten Hans Jäcker in Babbenhausen und später, bei unseren Eltern in der von Möllerstrasse, gut erinnern. Weil ich vorhatte, im Tagebuch des Rehmer Heimatvereins über das interessante Leben unseres Verwandten in England zu berichten, hatte ich Hans gebeten, dafür etwas zu Papier zu bringen. Nachdem die Veröffentlichungen unseres Heimatvereins eingeschlafen sind, möchte ich das, was mir Hans damals aufgeschrieben hat und, das, was ich aus eigener Erinnerung zusammengetragen habe, hier, auf meiner Homepage, veröffentlichen. Sicher gibt’s den einen oder anderen, der sich für dieses Geschichtchen interessiert

Heidi und ich haben uns ein paar Mal in Berlin, wohin Liz und Hans in jedem Sommer reisten, getroffen. Mit meinem Neffen Walter bin ich einmal nach London geflogen und von dort aus mit der Bahn zu unseren Verwandten gefahren.

Foto 1: Horst, Walter und Hans Jäcker
Foto 2: Wolfgang Knoll, Walter, Hans und Horst

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Viele Jahre lang haben Liz und Hans ein paar Wochen Berlin besucht, die Stadt, die Hans sehr viel bedeutete. Aus langjähriger Tradition wohnten beide dann im Hotel Steigenberger. Dort waren Jaeckers anerkannt gute Gäste, für die immer dieselbe Suite, in guter Lage, reserviert wurde. Hans hat mir viel aus seinem Leben erzählt und geschrieben.

Reichstagsrede in Berlin.

Hans hat Carl Jäcker, den früheren Rehmer Amtsdirektor, zu der Zeit, als dieser Reichstagsmitglied war, mehrere Male, zu Sitzungen in den Reichstag, begleitet. Carl war der Bruder von Hans Jäckers Vater. So war Hans auch dabei, als Carl Jäcker eine Rede gegen Hitler, in dessen Anwesenheit, hielt. Diese Rede hat das politische Leben von Carl Jäcker, dem Namensgeber einer Straße in Rehme, stark verändert.
Als ich Hans mal gebeten hatte, für mich ein paar Geschichtchen aufzuschreiben, erhielt ich folgende Nachricht:

„You asked for it and here it is!”

„Was habe ich denn in denn in Rehme zu suchen? – Eigentlich gar nichts – außer der Tatsache, dass die Wiege meines Vaters in einem Häuschen am Alten Rehmer Weg stand. Meinen Rehmer Großvater, habe ich mit allen heutigen Jäckers in Bad Oeynhausen gemeinsam.

Hans Jäcker vom B.B.C. London.

Außerdem mag der eine oder andere mich auf den Rundfunkwellen der BBC gehört haben, wo ich 10 Jahre Chef des Deutschen Dienstes war. – der erste in Deutschland Geborene übrigens. Wenn es da hieß: „Kommentar von Hans Jäcker“ oder an der Diskussion nahmen teil: „Hans Jäcker etc“, da hat man bestimmt nicht gleich gedacht, dass dieser ein Nachkomme der Rehmer Jäckers war. Obwohl ich die ersten 11 Jahre meines Lebens in Hannover verbrachte, war mir schon damals Rehme nicht unbekannt. Häufig wurde ich nämlich in den Ferien nach Babbenhausen geschickt, wo ich bei meinem Vetter, Walter und seiner Frau Lilly, frische Luft schnappte und ein bißchen aufgepäppelt wurde.

Foto 1: Liz, Hans & Horst Jäcker
Foto 2: Horst und Hans
Foto 3: Visitenkarte BBC

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Damals war Walter, der spätere Gründer des Opel – Autohauses, noch beim Autohaus Fuhrken tätig und seine Söhne Walter und Horst lebten noch nicht. Ich erinnere mich an ein Richtfest mit Zimmerleuten in ihrer Zunftkleidung am Betrieb an der Mindener Straße Ich glaube, dass auch mein Vetter Franz (Franz Jäcker war der Vater von Manfred und Wolfgang Jäcker) dabei war, der später, als selbstständiger Polstermeister, in Rehme seinen Betrieb am Alten Rehmer Weg hatte. (Vetter, obwohl genau richtig, klingt mir eigentümlich, da ich seine Generation Onkel und Tante nannte, weil ich so viel jünger war. Mein Vater war das Nesthäkchen seiner Generation, unter fünf Brüdern und einer Schwester.)

Nach Kriegsende und ein paar Monaten Gefangenschaft in einem amerikanischen Lager bei Heilbronn, kam ich im Herbst 1945 nach Bad Nauheim zur amerikanischen Militärregierung. Eines Tages kam eine Mitarbeiterin, eine typisch freche Berlinerin, die mir eröffnete, daß sie für mich einen Termin beim Süddeutschen Rundfunk arrangiert habe. Der hatte seinen Sitz in Bad Nauheim und war für die ganze amerikanische Zone zuständig. „Was?? – Ja wozu denn?“ „Die brauchen Journalisten. Ich bewarb mich dort als Sekretärin, aber die brauchten keine. Sie fragten mich aber, ob ich vielleicht jemanden kenne, den sie als Journalist ausbilden könnten und da habe ich sofort an Sie gedacht!“ „Aber ich will doch erst Journalist werden- ich kann doch nicht gleich beim Rundfunk anfangen“ „Na, das können Sie denen ja dann erklären!“ spöttelte sie.

Foto 1: Liz Jäcker
Foto 2: Hans Jäcker

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Also musste ich hin und, wie das bei Amerikanern so ist, wollten die keine langen Erklärungen hören, sondern wissen, was ich konnte. Man drückte mir drei dicke Bündel von Agentur – Fernschreibmeldungen (Auf Englisch natürlich.) in die Hand, die ich in deutsche Nachrichten umwandeln sollte. Zu einem Bündel von 10 – 12 Seiten hieß es: „Fünf Zeilen auf deutsch, bitte alle Fakten müssen drin sein und wir werden aufpassen, wie lange Sie dazu brauchen!“ Als ich fertig war, händigte man mir mit verkniffener Miene ein großes Bündel von englischen Fernschreibmeldungen mit dem Auftrag aus, diese in drei weitere Nachrichten auf Deutsch umzuwandeln. Kein Wort, wie sie mit der ersten Probe zufrieden waren. Diese Amerikaner, übrigens, waren hauptsächlich deutsche Emigranten, deren eigene Muttersprache Deutsch gewesen war. Endlich ein halbes Lächeln: „Na ja, nicht schlecht. Wenn Sie das politische Verhör überstehen, können Sie hier anfangen!“

Abhören der amerikanischen, britischen und französischen Bomber.

Ein Verhör bei der Militärregierung. „Was haben Sie im Krieg gemacht?“ „Ich war bei der Luftwaffe und habe an der Kanalküste den Funkverkehr von englischen, amerikanischen und – später im Schwarzwald – auch von französischen Jagdflugzeugen und Bombern abgehört!“ „Waren Sie in der NSDAP? Der Hitlerjugend? Wo gingen Sie zur Schule? Was hat Ihr Vater gemacht? Was halten Sie von der Judenfrage? …

Nach einer Ewigkeit kam ich wieder zur Redaktion zurück, finstere Gesichter starrten mich an. Dann plötzlich ein Grinsen von Ohr zu Ohr: „Wir gratulieren! Wann können Sie anfangen? Natürlich müssen noch Karteien durchsucht werden und, nach 6 Monaten, bekommen Sie dann Ihre endgültige Zulassung. Aber inzwischen können Sie schon arbeiten…“

So wurde ich Journalist. Später wechselte ich zur DANA über, der Nachrichtenagentur der amerikanischen Zone und ein Vorgänger der heutigen DPA.

Berichterstatter vom Nürnberger Prozeß.

Wenn man nicht „politisch vorbelastet“ war, konnte man damals im Journalismus schnelle Fortschritte machen und gar nicht lange nach meinem Eintritt, wurde mir die Bearbeitung des großen Nürnberger Prozesses unterstellt. Als dieser mit der Vollstreckung der Urteile und dem sensationellen Selbstmord von Göring, zu Ende war, wurde ich nach Heidelberg geschickt, wo mir die Berichterstattung aus Südwestdeutschland unterstand.

Heidelberg war damals als Nachrichtenquelle wichtig, weil dort das Hauptquartier der achten amerikanischen Armee war. Jeden Tag musste ich dort vorsprechen und im Laufe der Zeit wurden einige Amerikaner zu Freunden. Einer von ihnen, ein New Yorker, meinte, ich sollte meine Zeit hier nicht verschwenden, sondern nach Amerika auswandern, wo ich viel weiter kommen würde.

„Und wie komme ich nach Amerika?“ „Hast Du denn keine Verwandte dort, die Dir helfen könnten ?“ „Ja, einen Onkel, Ferdinand Jäcker in Philadelphia und einen weiteren, Franz Jäcker in Ohio. (Franz Jäcker war der Großvater von Horst Jäcker und der Urgroßvater von Dr. Walter Jäcker) Aber die haben bestimmt ihre eigenen Probleme!“

„I’ll try to find your uncle Ferd in Philly“, sagte dieser Yankee aus New York. Ein paar Monate später hatte er nicht nur meinen Onkel Ferdinand Jäcker in Philadelphia aufgetrieben, sondern der gute Onkel, der mich nie persönlich kennen gelernt hatte, war bereit, für mich zu bürgen. Aber dazu sollte es nie kommen…

Zwei Jahre später wurde in Nürnberg der Presse Amerikadienst aufgezogen. Dort bot man mir den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs an. Das Rohmaterial würde aus Amerika kommen und ich würde für die deutschen Fassungen verantwortlich sein. Ich konnte meine eigenen Mitarbeiter anheuern und wäre völlig selbstständig. Nach ein paar Monaten wurde mir mitgeteilt, man hätte eine 6 – wöchige Tour nach Amerika für mich arrangiert, als Gast der amerikanischen Regierung. Das bedeutete für mich ein Dilemma, denn ein paar Tage vorher hatte ich ein Visum für England bekommen, wo ich eine junge Kanadierin heiraten wollte, die ich in Heidelberg kennen gelernt hatte. Kurz und gut, ich ging zu meinem Chef, um Farbe zu bekennen und gleichzeitig zu kündigen, um nach England zu reisen.

Foto 1 + 2: Hans und Horst Jäcker in Summerwood GB
Foto 3 + 4: Walter, Hans und Horst Jäcker

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Einen Tag nach meiner Ankunft in London, am 18. Dezember 1948, präsentierte ich mich im damaligen Mekka des Weltjournalismus, nämlich bei den Auslandsdiensten der BBC. Nach meiner beruflichen Tätigkeit bei den Amerikanern meinte ich, ich wäre Gottes Geschenk für die. Der stellvertretende Chef des Deutschen Dienstes hörte sich meine mündliche Bewerbung geduldig an, erklärte mir dann aber, dass es zu kurz nach dem Krieg sei, jemanden einzustellen, der in der Luftwaffe gedient hatte und, es gebe sowieso hunderte von ehemaligen Angehörigen der britischen Militärregierung, die alle mehr Anspruch auf einen Job hätten. Ah, das Ende eines Traums! Aber die Jäckers sind so schnell nicht unterzukriegen. Erst kam die Hochzeit in der Nähe von Birmingham. Dann die Jobsuche.

Ein Freund verschaffte mir eine temporäre Stellung als Verkäufer in einem Spielzeuggeschäft. Ich fand es faszinierend und schrieb gleich einen Artikel – von der anderen Seite des Ladentisches- für unsere Lokalzeitung, die dann auch veröffentlichte. Mein erster Verdienst als Journalist in England! Aber Weihnachten ging vorüber und damit meine temporäre Stellung. Dann kam ich ins Kontor einer Stahlfirma, obwohl ich Mathematik so haßte. Drei Jahre später war ich Leiter des Kontors. Als ich kündigte, weil ich endlich eine Stelle als Redakteur einer Lokalzeitung gefunden hatte, bot man mir sogar einen Direktorposten an, um mich dazu zu bewegen, dort zu bleiben. „Die Deutschen sind doch fleißiger als die Engländer“, sagte der Chef, ein Ire.

Die Lokalzeitung erschien wöchentlich und sie war halt sehr „lokal“: Ich hatte mich vorher schon bei einer der Tageszeitungen in Birmingham beworben, aber mir wurde gesagt, als Deutscher könnte das möglicherweise Schwierigkeiten mit der Gewerkschaft verursachen.

Andererseits ließ einem die Arbeit bei der Wochenzeitung genügend Zeit, als freier Mitarbeiter auch für andere Zeitungen zu arbeiten. Mein Hauptkunde wurde die Zeitung, deren Chefredakteur mich abgelehnt hatte. Drei Jahre später machte er mir ein Angebot: „Wir können uns Sie als freien Mitarbeiter nicht mehr leisten, da wird es billiger, wenn wir Sie voll einstellen“, sagte er. „Ja, aber für wie viel denn?“ fragte ich. Er nannte eine Summe. „Tut mir leid“, sagte ich ihm, „das kann ich mir nicht leisten, denn ich musste ja die bisherigen Honorare anderer Zeitungen berücksichtigen. Er erhöhte sein Gebot zwei Mal, bevor ich sein Angebot annahm. Die Zeitung in Birmingham war als Sprungbrett für die großen, landesweiten Blätter bekannt, die alle in der Fleet Street in London konzentriert waren. Ab und zu las ich Stellenausschreibungen von der BBC. Was mich jetzt interessierte, da ich ja bereits auf englisch arbeiten konnte, war nicht mehr der Deutsche Dienst, sondern die Zentralnachrichtenabteilung der Auslandsdienste der BBC, deren Sendungen auf Englisch und übersetzt, auch in über 50 Sprachen gesendet wurde.

Nach einigen Beförderungen wurde ich bei denen „Chefredakteur vom Dienst“, voll verantwortlich für über 120 Nachrichtensendungen pro Tag in alle Welt. Aber fast alle Engländer, die man zu dieser Zeit einstellte und, die mich früher als Deutscher abgelehnt hatten, waren mir nun unterstellt. Von meinem Chef in Bad Nauheim hatte ich viel gelernt und es war wirklich traumatisch, ihm plötzlich vorgesetzt zu sein.

Eines Tages kam ich mit dem Kontrolleur der Europäischen Dienste ins Gespräch. Er schaute mich bedeutungsvoll an und sagte: „Wir brauchen einen neuen Chef des deutschen Dienstes!“ „Ja, gucken Sie mich nicht so an, ich fühle mich sehr wohl dort, wo ich bin!“

Die Leute benahmen sich so, als wäre der Krieg immer noch im Gange. Der Chef und seine Ideen stammten noch aus der Kriegszeit. – einschließlich seiner Einstellung zu den Deutschen. Je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr stieg mein Interesse. Als Leiter des Deutschen Dienstes wäre es eine meiner Pflichten, regelmäßig die Deutschen Sender zu besuchen, mit der Bundesregierung und dem Foreign Office Liaison zu machen, regelmäßig nach Ostberlin zu reisen, usw. Darüber war ich zu dem Schluss gekommen, dass die lokalen Medien aller Länder in der EG alle Fragen und Probleme zu einseitig, zu nationalistisch betrachteten, überall fehlte das Gesamtbild. Dazu würde man einen europäischen Radiosender brauchen, einen Euroservice, mit einer internationalen Redaktion, der in allen Gemeinschaftsländern ausgestrahlt würde.

Ich machte ziemlich detaillierte Pläne, klemmte sie mir unter den Arm und marschierte ins Büro des Chefs aller BBC-Auslandsdienste. „Ich wäre an dem Posten nur interessiert, wenn man mir erlaubt, auf all dieses hinzuarbeiten“, sagte ich ihm. „Und das können nur Sie entscheiden!“
Er las sich schnell die Schlagzeilen meines Papiers durch, griff in seine Schreibtischschublade und legte mir ein Papier vor, das er selbst geschrieben hatte. Und darinstanden, fast wörtlich, dieselben Vorschläge. Über den Rest einigten wir uns schnell. Der Chef der Ernennungskommission fragte mich lächelnd und freundlich im schönsten Oxford Akzent: „Schildern Sie mir doch mal, Mr. Jäcker, warum Sie an diesem Posten interessiert sind!“
Ich lächelte zurück: „So wie Ihre Ausschreibung die Sache beschrieben hat, bin ich überhaupt nicht interessiert.“Ich unterbreitete ihm meine Pläne und Vorstellungen. Der Chef des Auslandsdienstes grinste und der Personalchef sah immer verblüffter drein. So etwas war ihnen noch nie passiert. Am Ende bekam ich die Mitteilung: „Vielen Dank, wir werden Sie benachrichtigen.“ Drei Wochen später bekam ich abends einen Anruf, dass alle meine Vorstellungen akzeptiert würden und ich den Job hätte.

Und der Euroservice? Jahrelang verhandelten wir mit dem Deutschlandfunk, Radio France, Radio Nederland, den Belgiern, Luxemburg und den Italienern. Man wollte uns finanziell unterstützen. Dann aber wurden alle unsere Pläne von der französischen Regierung torpediert. Damals standen alle Medien einschließlich der Nachrichtenagentur AFP unter strikter Regierungskontrolle. Der Euroservice sollte unabhängig von den Politikern sein und das war ihnen damals noch unakzeptabel. Wir waren, wie man auf Englisch sagt, ahead of our time!

Aber ich fand unter den Leitern und Chefredakteuren der ARD und der Deutschen Welle viele Freunde und mit einigen Diplomaten der damaligen Londoner Botschaft, der Pressestelle im Bundeskanzleramt und des Foreign Office stehe ich noch heute – fast zwanzig Jahre später – in Verbindung.

 

Olympiade in Berlin 1936.

Und nun ein paar Sätze zu Walters Besuch bei der Olympiade im August 2004 in Athen. Ich bin wahrscheinlich der einzige Jäcker, der der Berliner Olympiade 1936 persönlich beigewohnte – nein, sogar selbst dran teilnahm. Ein Teil der Eröffnungsfeierlichkeiten, mit Symphonieorchester, Chören und einer „Kathedrale“ aus Flakscheinwerfern, die das ganze Stadion umringten, waren die olympischen Ringe, von Schulkindern gebildet, jeder Ring rotierend. Ich war damals 12. Meine Schule stellte den schwarzen Ring. Wir bekamen schwarze Overalls, Turnschuhe, Kappen und Schellenringe für die Knöchel. Es musste sehr viel geprobt werden, weil die Regie dauernd neue Ideen hatte. Außerdem mussten wir lernen, die benachbarten Ringe zu durchkreuzen, ohne die Ringe dadurch zu verzerren. Für uns bedeutete das mehrere Wochen ohne Unterricht, was uns großartig gefiel. Jeden Morgen holten uns Lastwagen der Leibstandarte ab, fuhren uns zum Olympiastadion und holten uns nachmittags wieder ab. Wenn Ihr uns sehen wollt, müsst Ihr Euch Leni Riefenstahls Film ansehen.

Ich lese in den hiesigen Zeitungen immer wieder das Märchen, dass man 1936 in Deutschland Jesse Owens nicht erwähnen durfte, oder, dass seine Rekorde dem Hitler zuwider waren, weil er ein Schwarzer war. Das ist Quatsch. Was Hitler dachte, weiß ich nicht, aber Jesse Owens war der Held jedes an Leichathletik interessierten Schuljungen. Sein Name war auf aller Lippen und es gab keinen Druck dagegen! Es ärgert mich, wenn deutschfeindliche Gruppen solche Märchen propagieren. Das sind Leute, die überhaupt nicht wissen, wovon sie reden, aber sie haben eine politische Agenda. Ich war selbst dabei und lasse mir das nicht bieten. Übrigens sprach ich darüber mit einem meiner Nachbarn (Einem Börsenmakler i. R., der auch 80 ist) und während ich dachte, dass der 100 m Rekord von Owens immer noch stünde, meinte er, der wäre jetzt unter 10 Sekunden. Stimmt das?

Auf diesem Platz saß Adolf Hitler bei der Eröffnung der olympischen Spiele 1936

Foto 1: Hans, Liz und Horst Jäcker
Foto 2: Horst und Hans Jäcker
Foto 3 + 4: Horst & Liz Jäcker, Wolfgang Knoll, Hans & Walter Jäcker, Christine Knoll Horst & Hans Jäcker

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Foto 5: Hans und Walter
Foto 6: Liz und Horst
Foto 7: Hans Jaecker

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Foto 8: Horst Jäcker, Professor Dr. Wolfgang Knoll, ein Neffe von Hans Jäcker, Walter Jäcker

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Am 14. April 2021 ist unser Verwandter Hans Jaecker, mit dem wir sehr viele angenehme Stunden verbracht haben, im Alter von 96 Jahren verstorben. Die Treffen mit diesem überaus interessanten Menschen, werden uns fehlen und in Erinnerung bleiben. Bei den Unterhaltungen mit Hans haben wir immer wieder Ähnlichkeiten unter den Jäckers entdeckt. So hatten Hans und ich eine Vorliebe für Weißweine aus der Pfalz und französische Rote. Um damit immer gut sortiert zu sein, machten Liz und Hans, bis ins hohe Alter, Einkaufstouren, mit dem Auto, durch den „Eurotunnel“ nach Frankreich.

Walter, Christian und ich hatten vor, zur Trauerfeier für Hans, nach England zu fahren, Nachdem wir die Flüge gebucht, einen Leihwagen organisiert und Hotelzimmer reserviert hatten, sind wir zum Flughafen nach Bremen gefahren. Leider ist es dann nicht zum Abflug gekommen, weil die britischen Behörden so komplizierte Einreiseformalitäten entwickelt hatten, daß das Flugzeug ohne uns gen London gestartet ist.